Ludwig
Windthorst - Resolution
In
Osnabrück ist es guter Brauch, Persönlichkeiten, die sich um unsere Stadt bzw.
unser Land in besonderer Weise verdient gemacht haben, in gebührender Form zu würdigen.
Wir erinnern in diesem Zusammenhang an Justus Möser, Johann Carl Bertram Stüve,
Erich Maria Remarque und Felix Nußbaum.
Von der Öffentlichkeit weitgehend unbeachtet geblieben ist das herausragende
Wirken des Zentrumspolitikers Ludwig Windthorst (1812 - 1891). Ludwig Windthorst
war der Führer des politischen
Katholizismus und wurde zum Führer der gesamten Opposition im Bismarckreich. Er
war Symbol der Abwehr gegen Staatswillkür, wie sie im Kulturkampf ihren
Ausdruck fand. Als Vorkämpfer des modernen Verfassungsstaates hat Ludwig
Windthorst die Grundlagen mit geschaffen, auf denen nach den beiden Weltkriegen
der Konfessionalismus in der deutschen Politik überwunden werden konnte.
Stationen seines Lebens und Wirkens waren:
17.
Jan.1812 W. wird in Ostercappeln geboren
1823 W. zieht zu seinem Onkel, der Pfarrer der Domgemeinde ist, nach Osnabrück
um
1823 - 1830 W. besucht das Gymnasium
Carolinum in Osnabrück
1830 - 1835 W. studiert Jura in Göttingen
und Heidelberg
1836 W. lässt sich in Osnabrück als Rechtsanwalt nieder
1842 W. wird Vorsitzender Rat des Kath. Konsistoriums in Osnabrück
1848
W. wird Oberappellationsrat am höchsten Gericht des Königreichs
Hannover in Celle
W. wird in seiner Heimat zum
Abgeordneten für die 2. Kammer in Hannover gewählt
1851
W. wird Parlamentspräsident in der 2. Kammer
1851 - 1853 W. wird Justizminister im Königreich
Hannover
1854 - 1857 W. wird wieder Abgeordneter in
der 2. Kammer
1857 - 1862 W. wird wieder Rechtsanwalt in
Osnabrück
1862 - 1865 W. wird wieder Justizminister
in Hannover
1866
W. wird Kronoberanwalt am höchsten Gericht des Königreiches
Hannover in Celle
1867 - 1870 W. wird im Wahlkreis Meppen,
Lingen und Bentheim zum Abgeordneten für den norddeutschen Reichstag gewählt.
1867 - 1891 W. wird im Wahlkreis
Meppen, Aschendorf u. Hümmling zum Abgeordneten für das Preußische
Parlament gewählt
1871 - 1891 W. wird im Wahlkreis Meppen,
Lingen und Bentheim zum Abgeordneten für den Deutschen
Reichstag gewählt
1871
W. wird Führer der Zentrumspartei
1882 - 1885
W. wird Abgeordneter für den Wahlkreis Lingen im Hannoverschen
Provinziallandtag
14. März 1891
W. stirbt in Berlin. Er wird in der Marienkirche in Hannover beigesetzt
Der
Rat unserer Stadt hat
eine Straße nach Ludwig Windthorst benannt.
Die
Mitglieder des KKV Osning Osnabrück richten an die Verantwortlichen in Stadt
und Kirche die Bitte, Ludwig Windthorst
- wegen seiner außergewöhnlichen
Verdienste um
unser Land - in geeigneter Weise (z.B. durch ein Denkmal, durch die
Benennung einer Schule)
wieder stärker im Bewußtsein unserer Mitbürgerinnen und Mitbürger zu
verankern.
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